Die Seite für unsere Imker

Informationen / Meldungen / Mitteilungen

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Jahresmarkierung Bienenkönigin 2017 ist gelb

Gut geraucht ist halb geimkert

Zum Qualmen bringen lässt sich viel, aber nicht alles ist optimal

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

"Rauch beruhigt die Bienen", meint der Imker, wenn er qualmend an seinen Bienen werkelt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zunächst ist hier ein Urinstinkt im Spiel, er signalisiert den Bienen: "Achtung - der Wald brennt!" Sofort stürzt sich alles aufs Futter und tankt Vorrat, denn die Zukunft ist ungewiss. Der Instinkt bewirkt bei unseren friedlichen europäischen Rassen nur das "Volltanken". Mit vollem Bauch sind sie zufriedener und lassen mehr über sich ergehen.

Zum Qualmen bringen lässt sich viel, aber nicht alles ist optimal. Es gibt Rauchmaterial zum direkten Anzünden, wie z.B. Jute oder Wellpappe. Anderes erfordert einen Zünder. Das können Stücke von Eierkartons sein oder spezielle Zündwürfel, die der Fachhandel anbietet, die sich aber auch selbst herstellen lassen. 

Beim Brennmaterial hat jeder Imker seine Vorlieben. Oft gilt: Hauptsache, es qualmt! Allerdings gibt es besonders unangenehme Raucharten, wie z.B. von Wellpappe. Auch Holz riecht scharf, entwickelt zudem hohe Temperaturen, so dass der Smoker mit der Zeit durchglüht. Erst verrottetes verliert die beißenden Reizstoffe. Spezielles Holzmehl, das zum Räuchern von Fisch im Fachhandel angeboten wird, ist angenehmer. Tabak sollte man nicht verwenden, da er die Bienen narkotisiert. Das ist besonders ärgerlich, wenn man sie, etwa zur Kunstschwarmbildung, durch ein Absperrgitter treiben will.   

Wer ohne Rauch an die Völker geht, handel fahrlässig - schadet sich und den Bienen. Wenn´s dumm läuft, bekommt er die Angreifer nicht mehr gebändigt. Wer dagegen gleich beherzt kräftige Rauchstöße gibt, bekommt meist ohne Schutzkleidung aus. Aber bitte, nur wohl dosiert rauchen! Sonst schadet es dem Honig, denn er nimmt den Rauchgeschmack an oder wird durch Rußpartikel verunreinigt.

Wie viele Imker haben schon ihr Bienenhaus oder den Wald in Brand gesteckt, nur weil sie den Raucher unachtsam gelöscht haben? Das Sicherste ist, mit je einem Grasbüschel oder Korken die Zu- und Abfuhr der Luft zu verstopfen.

Winterzeit ist Instandsetzung-Zeit

Die ruhige Winterzeit lässt sich auch zum Aufräumen des Lagers nutzen

Bild. BZV Sulzbach-Rosenberg

Es ist ärgerlich, wenn während der Saison etwas benötigt wird und man erst am Stand bemerkt, dass die Sache nicht einsetzbar oder kaputt ist. Dann heißt es entweder improvisieren, oder aber die Arbeit bleibt ungetan und muss später mit zusätzlichem Zeitdruck erfolgen. Manchmal sind es ja nur Kleinigkeiten. Besser ist es daher, Materialien und Gerätschaften nach Gebrauch durchzusehen und sie dann an einem festen Platz zu deponieren. Findet man beim Aufräumen reinigungs- und reparaturbedürftige Dinge, stellt man sie erst einmal gesammelt beiseite, um sie dann in einer arbeitsärmeren Phase instandzusetzen.

Das beste Werkzeug, gerade für die Reinigung der Holzbeuten, ist der Stockmeißel. Zargen und Beuten werden zuerst ausgekratzt und so von Wachs und Propolis befreit. Wachsüberbau und Kittharz, kratzt man mit dem Stockmeißel ab und flammt die Beuten aus. 

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Vor dem Nachspannen ist also zu kontrollieren, ob das Rähmchen noch ausreichend fest ist. Finden sich beschädigte, scheiden diese zumeist aus - es sei denn, das Nachnageln oder -schrauben lohnt sich. Mit Wabendraht aus Edelstahl kann man sich viel Arbeit sparen, weil das erneute Drahten entfällt.

Eine beschädigte Zarge ist oftmals mit einer kleinen Reparatur noch zu retten. Am besten ist es natürlich, wenn man das abgebrochene Teile noch hat, um dieses mit wasserfestem Leim und dünnen Nägeln zu fixieren.

Der Smoker muss von der Schlacke befreit werden. Der Blasebalg bedarf einer sehr kritischen Kontrolle. Die Werkzeugkiste sollte mann "auf den Kopf stellen", entrümpeln und alle erforderlichen Kleinteile ergänzen bzw. säubern, was durch Abkratzen oder ein Natrolaugenbad erfolgen kann. 

Den Winter nicht verschlafen

Im Winter können Sie Ihre Bienenvölker verstellen

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Angenehm bei der Bienenhaltung ist, dass nach Zeiten mit Arbeitsspitzen und Stress geruhsamere und beschaulichere Abschnitte folgen. Und doch geht selbst im Winter die Arbeit am Bienenstand nicht ganz aus.

Manch einer wir unruhig, wenn nach starken Schneefällen die Fluglöcher völlig zugeschneit oder die Beuten ganz unterm Schnee verschwunden sind. Doch dies schadet nicht. Durch lockeren Schnee bekommen Bienen genügend Luft. Problematisch wird es, wenn Schneematsch und Tauwasser durch wechselnde Temperaturen vor dem Flugloch gefrieren. Wird das Eins nicht entfernt, können Völker ersticken.

Nach längeren Kälteperioden kann sich eine Menge toter Bienen auf dem Boden des Stockes angesammelt haben. Beginnt nun die "Putzkolonne" mit Aufräumarbeiten, ist das Mäusegitter natürlich hinderlich und kann zum Verstopfen des Flugloches führen. Daher bei Kontrollgängen nach längeren Kältephasen den Mäusekeil kurz entfernen und die toten Bienen mit einem gebogenen Draht oder einer Reinigungskrücke ins Freie befördern.

Mit den Spätsommerbehandlungen ließ sich die Milbenzahl zwar kräftig reduzieren, aber an die letzten kommt man erst heran, wenn nach der ersten längeren Kälteperiode mit Minusgraden keine verdeckelte Brut mehr in den Völkern ist. Steigt die Temperatur kurzfristig wieder auf mindestens 6 Grad Plus, werden die Bienen mit einem gut wirksamen Bekämpfungsmittel beträufelt. Eine Gemülleinlage während der Varroabehandlung gibt Auskunft über den Erfolg der zurückliegenden Spätsommerbehandlung, zeigt aber auch, wie viele Wabengassen besetzt sind.

Wenn Sie den Standort der Bienen auf kurze Entfernungen hin verändern wollen, sollten Sie die Wintermonate dafür nutzen. Das ist möglich, weil sich die Bienen nach der Winterruhe neu auf ihren Standort einfliegen. Verstellen sie die Bienenvölker aber nicht bei größter Kälte, weil bei aller Vorsicht leichte Erschütterungen kaum zu vermeiden sein werden. Ein Tag mit Temperaturen um 6 Grad, an dem die Wintertraube lockerer sitzt, ist dafür der richtige Zeitpunkt. Ihr Vorhaben sollten Sie auch nicht zu lange aufschieben, denn mit fortschreitenden Jahreszeit wächst die Möglichkeit wärmeren Wetters und damit erster Reinigungsausflüge der Bienen. Danach können Sie den Standort der Völker nicht mehr ohne weiteres verändern.

Waben aus Paraffin im Handel!

Mittelwände aus 100% Paraffin im Handel - Strafanzeige wurde gestellt

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg - Mittelwände aus reinem Bienenwachs. Imker müssen jetzt wachsam sein.

In letzter Zeit sind verstärkt Klagen über zusammengeschrumpfte, zusammengebrochene frisch ausgebaute Waben, vor allem im Honigraum, gemeldet worden.

Nachweislich schuld daran sind Mittelwände, die laut Bericht eines Untersuchungslabors aus 100% Paraffin, ohne eine Spur Bienenwachs bestehen. Vermutlich handelt es sich um Mittelwände, die im Frühjahr 2016 produziert und über verschiedene Händler ausgeliefert wurden.

Die Fachinstitute sind informiert und es wurde bereits Strafanzeige gestellt. Die die Ermittlungen laufen.

Was für die Imker wichtig ist: Wir müssen unbedingt vermeiden, dass dieses 100% Paraffin in sauberes Bienenwachs für unsere Mittelwände eingemischt wird.

Wenn Sie in Ihrem Wachs solche geschilderten Fälle entdecken,

• vermeiden Sie alles, was dazu führt, dass die Waben in den allgemeinen Wachskreislauf gelangen.

• schmelzen Sie deshalb Wachs aus Naturbau (Drohnenrahmen), Deckelwachs und Altwabenwachs getrennt und markieren Sie die Wachsblöcke entsprechend.

• melden Sie sich bitte unter der Adresse: wachsproblem(at)t-online.de um das Ausmaß des Schadens abschätzen zu können.

Über eine Rücknahme oder Schadensersatz kann allerdings erst nach Abschluss der Ermittlungen und Feststellung der Größe des Schadens verhandelt werden.

Helfen Sie alle mit, den Wachskreislauf sauber zu halten bzw. wieder sauber zu bekommen. Wir alle sind dafür verantwortlich, dass unser Wachs, egal von welchem Produzenten, ohne Paraffinbeimischungen über den Ladentisch geht.

Bitte geben Sie diese Informationen an Ihre evtl. ahnungslosen Imkerkollegen weiter, die von diesen betrügerischen Machenschaften nichts wissen und deshalb die oben geschilderten Vorsorgemaßnahmen nicht beherzigen können.

Was ist Paraffin?

Kaum vorstellbar, aber Kerzen, Kaugummis, Kosmetik, Putzmittel, Süßigkeiten und Schuhcremes haben einen gemeinsamen Inhaltstoff: Paraffin, ein Abfallprodukt aus der Erdölindustrie. Das beliebte Produkt ist zwar günstig und vielseitig, hat jedoch auch negative Seiten. Zentraler Kritikpunkt ist, dass für die Herstellung von Paraffin der fossile Brennstoff Erdöl verbraucht wird. Auch für die Gesundheit ist Paraffin nicht unbedingt förderlich. Besonders bei der Verbrennung – wie beispielsweise in Kerzen mit Paraffinwachs – entstehen giftige Gase, die sogar Krebs erregen können.

Hinweise zur Einsendung von Honigproben

Tipps und Informationen zur Honiganalyse

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Damit der Imker über die Qualität seines Honigs Bescheid weiß, sollte er ihn regelmäßig labortechnisch überprüfen lassen. Zu diesen Untersuchungskosten können staatliche Zuschüsse im Rahmen des Förderprogramms der Imkerei durch die Europäische Union und das Land Bayern beantragt werden.

Untersuchungen zur Sorte, Honigqualität und Vollanalyse finden bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim statt. Die Untersuchungen für Pestizide, Bienenarzneimittel und Neonicotinoide mach das Labor des Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Hinweise zur Einsendung von Honigproben

Für wen ist diese Förderung interessant?

Die Fördermaßnahme richtet sich an alle bayerischen Imker, die ihren Honig auf Qualität, Sorte und Rückstände untersuchen lassen wollen. Interessierte Imker erhalten über ihren Landesverband einen Berechtigungsschein, mit dem sie einen Zuschuss beantragen können.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Untersuchungen zur Qualitäts- und Sortenbestimmung (Wassergehalt, Invertasegehalt, HMF-Wert, Pollenanalyse) sowie die Untersuchung von Honig auf Rückstände.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Erstattet werden 75 % der Aufwendungen (ohne MwSt.)

Wie werden die Zuschüsse beantragt?

Folgende Unterlagen sind bis zum 04. Juli beim Imker-Landesverband einzureichen:

Berechtigungsschein (ein Schein je Untersuchung)

Rechnung über die entstandenen Analysekosten

Kopie des Kontoauszugs mit entsprechender Zahlung

Die neuen Förderformulare für 2017 werden derzeit erstellt.

Merkblatt zur Honiganalyse

Was tun gegen Wachsmotten?

Mit Schwefel und Feuer den Motten das Leben versauern

Eine befallene Wabe mit Wachsmotten

Die "Große Wachsmotte" bedroht während der warmen Jahreszeit ständig den Wabenvorrat. Es beginnt mit einem kleinen Gespinst in einer Wabe (siehe Bild), das man leicht übersieht. Aber schon in wenigen warmen Wochen kann es sich über den ganzen Wabenvorrat ausbreiten.

Durch ihre ungeheure Gefräßigkeit (Tagesration bis 50% ihres Körpergewichts) leisten die Larven ganze Arbeit. Übrig bleiben die von den Kokons zusammengebackenen Magazine und Rähmchen, aus denen ein Schwarm Falter und ein übler Gestank entweicht.

Wachsmotten haben es eigentlich nicht auf Wachs, sondern auf die eiweißhaltigen Pollen und Brutrückstände (Puppengespinst, Larvenkot) abgesehen. Nach der temperaturabhängigen Entwicklungszeit spinnen sich die Wachsmotten in einem 2cm langen, weißen Kokon, den sie so fest in das Holz eingraben können, dass auffallende Vertiefungen entstehen. 

Zugluft und Kühle lieben Motten gar nicht!

Vorratswaben müssen mottendicht aufbewahrt werden. Das kann ein Wabenschrank oder ein Magazinstapel sein. Da sich Wachsmotten bei Zugluft nicht entwickeln, sollte man den Magazinstapel mit Gitterboden und -deckel zu versehen. Durch die Kaminwirkung entsteht eine stete Luftbewegung die gefördert wird, wenn man in jede Zarge eine oder zwei Waben wenigen einhängt. 

Den Motten das Leben versauern

Bewährt hat sich die Verdunstung von 60% Essigsäure, die aber nur gegen Motteneier und Falter gut wirkt. Nebenbei tötet sie baer auch Nosemasporen ab. Auch die bei der Varroabekämpfung empfohlene 60% Ameisensäure hat eine ähnliche Wirkung. Am besten verdunstet man die Säuren mit getränkten Schwammtüchern, die man zwischen jede zweite Zarge und oben auf den Wabenstapel legt, der unten und oben gut verschlossen wird. Die Stapel sollten nicht zu hoch gestapelt und jederzeit zur Kontrolle und Nachbehandlung zugänglich sein. Je Zarge sind etwa 30ml Essigsäure oder 12ml Ameisensäure notwendig. Ist die Säure verdampft und können wieder Motteneier abgelegt werden, beginnt es bei hohen Temperaturen im Wabenlager schnell wieder zu krappeln und zu zappeln. Daher unbedingt regelmäßig kontrollieren und notfalls nachbehandeln.

Mit Schwefel und Feuer

Die durchschlagendste Wirkung hat immer noch der Schwefel. Er kann als Schwefelstreifen in einer speziellen Dose abgebrannt werden, die man in einem Leerraum über den Waben abstellt. Man rechnet je Zarge etwa ein Viertel Streifen. Da die Motteneier die Schwefelbegasung überleben, ist nach drei Wochen eine Nachbehandlung erforderlich. Eine weitere Wiederholung  reicht dann oft für den Rest des Jahres. Schwefel ist leicht flüchtig und bis zum kommenden Jahr meist verflogen. Dennoch sollte man darauf achten, die ältesten Waben immer zuerst zu verwenden. Bleiben sie jahrelang im Wabenvorrat, summieren sich die Schwefelrückstände, besonders, wenn sich Futter- oder Honigreste darauf befinden, so weit, dass sie die Bienen schädigen können.    

Wabenpflege - PDF-Datei

Was tun bei Schwächlingen?

Die letzten Arbeiten am Bienenstand

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Gesundheit und Vitalität eines Bienenvolkes widerspiegeln sich zu einem guten Teil in der Völksstärke. Was eine gewisse Größe nicht erreichen kann, ist krankheitsanfällig oder bereits Opfer dieser Krankheiten geworden. Oft versucht man, solche Völker zu "heilen", indem "einfach" die Königin ausgewechselt wird. Hierbei ist es unvermeidlich, dass das angeschlagene Volk durch die Entweiselung zusätzlich in Stress versetzt wird. Ob die neue Königin letztlich willkommen ist, steht außerdem in den Sternen. 

Besser ist es deshalb, schwächelnde Völker einfach aufzulösen. War der Schwächling  bisher weiselrichtig, fegt man die Bienen kurzerhand vor die Fluglöcher der Nachbarvölker ab. Vorher gut beräuchert, nehmen sie ausreichend Futter auf um dort willkommen zu sein. Wen die Königin nicht schon auf einer Wabe entdeckt wird, kommt sie spätestens zum Vorschein, wenn sie in das fremde Flugloch eindringen will, was ihr im Normalfall nicht gelingt.  

Schwächlinge, die statt einer Königin Eier legende Drohnenmütterchen haben, niemals vor den Fluglöchern anderer Völker abkehren. Wenn ein Drohnenmütterchen, auch Afterweisel genannt, dort eindringt, ist die Stockmutter in Gefahr. Also am besten etwas vom Stand entfernt abkehren und die Bienen zurückfliegen lassen. Wer "koscher" ist, wird eingelassen. 

"O je, hier fehlt die Königin!"

Dieser entsetzte Aufschrei ist sicher oft am Bienenstand zu hören und nicht immer sind es Schwächlinge, die zu solcher Sorge Anlass geben. Selbst "alte Hasen" macht es nervös, wenn sie in einem Volk einmal keine Brut finden. Aber heißt das auch, dass es keine Königin hat?

Jetzt gibt es nur einen einzigen richtigen Rat: Ruhe bewahren und aus einem anderen Volk eine offene Brutwabe mit jüngsten Larven zuhängen! Diese Prozedur nennt man auch eine "Weiselprobe", die dazu verwendete Burtwabe ist die "Kontrollwabe". Schon nach wenigen Tagen erkennt man ganz sicher, ob eine Königin da ist. Fehlt sie tatsächlich, ziehen die Bienen auf der zugehängten Kontrollwabe Nachschaffungszellen. Auch ein Ableger, über einigen Lagen Zeitungspapier aufgesetzt, kann dem Volk wieder zu einer Königin und damit neuer Lebenskraft verhelfen. 

Ist weder Königin noch Ableger zur Hand, verfährt man wie beschrieben und löst das Volk auf.

Kein Erfolg ohne Beurteilung

Für eine ganzheitliche Behandlung der Magazinvölker ist eine genaue Stärkebeurteilung wichtig. Bewährt hat sich eine dreiteilige Beurteilungsskala mit Zwischenklassen:

1, 1-2, 2, 2-3,3. Die Einteilung nach drei Hauptklassen erscheint am einprägsamsten und besonders eindeutig in der praktischen  Anwendung. Die Spitzenvölker sind "Einser", die Durchschnittsvölker "Zweier" und die Schwächlinge "Dreier". Man darf nicht übersehen, dass von einer richtigen Beurteilung der Völker der ganze Erfolg abhängt. Als Maßstab für die Beurteilung gibt die Anzahl besetzter Wabengassen bzw. Einheiten.

Völkervereinigung - PDF Datei

Rekordernte in Sulzbach-Rosenberg

Ein überragendes Bienenjahr bei den Sulzbach-Rosenberger Imkern

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

„Honig aus der Region“, mit diesem Slogan werben derzeit die Sulzbach-Rosenberger Imker für ein hochwertiges Naturprodukt aus ihrer Heimat. Mit ihren über 800 Bienenvölker in Sulzbach-Rosenberg und Umgebung hat der Verein in diesem Jahr fast 32 Tonnen Honig geerntet. Das ist für 2016 eine Rekordernte beim Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg . Die Wetterkonstellation war für die Bienen und Pflanzen besonders günstig in und um Sulzbach-Rosenberg und so können die Sulzbach-Rosenberger Imker derzeit nicht nur Blütenhonige anbieten, sondern auch Sortenhonige wie Wald- und Lindenhonig. „Wir waren einer von wenigen Regionen in Bayern die in diesem Jahr Honig geerntet haben“, so Bienenfachwart Alexander Titz, „in den Regierungsbezirken Niederbayern, Oberbayern und Schwaben wurden teilweise sogar Totalausfälle gemeldet. Auch in der Oberpfalz war die Ernte in den Landkreisen völlig unterschiedlich“. Aber nicht nur das Wetter hat eine große Bedeutung für volle Honigtöpfe sondern auch das Nahrungsangebot für die Bienen ist hier ausschlaggebend. Und da präsentiert sich die Stadt Sulzbach-Rosenberg und der Landkreis mit einer großen und abwechslungsreichen Pflanzenvielfalt.

Ebenso ist die Initiative „In jedes Dorf ein Bienenvolk“, die vor einigen Jahren vom Imker-Kreisverband Sulzbach-Rosenberg mit Vorsitzenden Andreas Royer gestartet wurde, ein großer Erfolg geworden und so kann der Kreisverband mit seinen Ortsvereinen, Neukirchen, Königstein, Auerbach, Illschwang, Högen und auch Sulzbach-Rosenberg, eine lückenlose Bestäubung absichern.

Die Sulzbach-Rosenberger Imker haben dank ihrer intensiven Nachwuchsarbeit nicht nur Mitglieder hinzugewonnen, sondern auch die durchschnittliche Zahl der gehaltenen Bienenvölker nach vielen Jahren wieder erhöhen können. So haben die Sulzbach-Rosenberg Imker in diesem Jahr derzeit 6,9 Bienenvölker im Schnitt gegenüber 5,5 Bienenvölker im letzten Jahr.  

Dieser Zuwachs an Mitglieder und Bienenvölker stellt den Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg vor besondere Herausforderungen. Neuimker müssen das Handwerk der Bienenhaltung erlernen und ihr Wissen und Können immer weiter vertiefen. Mit einem breit gefächerten Schulungsangebot werden Sie diese Aufgaben gerecht.

Der positive Trend in der Bienenhaltung zeigt sich auch in der Oberpfalz, derzeit betreuen 2536 Imker, 17425 Bienenvölker. Das sind 1,80 Bienenvölker pro qkm und 15,98 Bienenvölker pro 1000 Einwohner. 

Für den Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg steht auch weiterhin die Ausbildung der Imker im Mittelpunkt. Ein umfangreiches Schulungsprogramm für eine moderne und aktuelle Ausbildung steht hier den Imkern zur Verfügung. Regelmäßige Seminare und Praxistage sollen so eine sichere und vernünftige Bienenhaltung sichern.

Immer wieder Ärger mit dem MHD

Mindesthaltbarkeitsdatum für Imker oft ein Problem

Bild:D.I.B.

Mit dem Erlass der neuen Honigverordnung vom 16.1.2004 wurde die Honigkennzeichnung neu geregelt. Sie richtet sich nach §3 Honig V und in Verbindung dazu nach der geänderten Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Für Honig ist damit seit dem 1. August 2004 ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Fertigverpackung anzugeben. Das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Lebensmittels ist das Datum, bis zu dem dieses Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält. Es ist nicht mit einem Verfalls-, letzten Verzehr- oder Verkaufsdatum gleich zu setzen. So kann Honig auch nach Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums durchaus verkehrsfähig sein, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Das MHD kann laut §7 Absatz 3 der LMKV in verschiedenen Formen angebracht werden:

Die Angabe des Mindeshaltbarkeitsdatums muss in ( Tag,Monat,Jahr ) angegeben werden. Wichtig ist dabei die richtige Wortwahl vorangestellt wird:

  • mindestens haltbar bis bzw.
  • mindestens haltbar bis Ende

Die Entscheidung über das zu wählende Mindeshaltbarkeitsdatum liegt allein im Verantwortungsbereich des Imkers. 

Honig ist im Allgemeinen bei sachgerechter Lagerung über mehrere Jahre haltbar, d.h. er behält seine spezifischen Eigenschaften für einen längeren Zeitraum. Um sicher zu gehen, wird seitens des D.I.B. für Honig eine Mindeshaltbarkeitszeitspanne von zwei Jahren empfohlen. Die Frist sollte mit dem Zeitpunkt des Abfüllens beginnen.  

Honigverordnung

 

Ablegerbildung - eine Grundsäule der modernen Imkerei

Keine Notlösung wählen

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Bestandsverjüngung durch Ableger heißt die Devise einer modernen Imkerei. Dennoch wechseln immer noch Imker ihre alte Königinnen gegen neue aus. Dieses "Umweiseln" geht oft schief, d.h. am Ende fehlt die Königin oder erleidet Schaden, weil sie nicht gleich akzeptiert wurde. Besser ist es, wenn eine junge Königin ihr eigenes Völkchen aufbaut. Dies schafft eine klare Trennung zwischen Wirtschaftsvölkern mit alten Königinnen, dunklerem Wabenwerk und hohem Varroabefall und den gesunden Jungvölkern auf überwiegend jungem Bau.

Es ist ganz einfach, ein Bienenvolk zu vermehren. Das funktioniert wie bei einer Teilung von Pflanzen: Man nimmt ganz gezielt Bienen und Brutwaben auf voll entwickelten Völkern, wobei jeder neue Teile ohne Königin jüngste Brut haben muss - den Rest erledigen die Bienen fast von alleine.

Am besten hat sich ein sogenannter 5-Waben-Ableger bewährt. Dazu wird folgendes gemacht.

  • eine offene Brutwabe mit Stiften
  • eine geschlossene Brutwabe
  • eine Futterwabe
  • und zwei Leerwaben

Nach 9 Tagen haben die Bienen aus einigen Arbeiterinnenbrutzellen sogenannte Nachschaffungszellen gebaut. Sie stehen im Gegensatz zu Schwarmzellen meist mitten auf der Wabe, da junge Arbeiterinnenlarven mit Königinnenfuttersaft zu Königinnen "umprogrammiert" und aufgezogen werden.

Nach insgesamt 30 bis 40 Tagen sind die Jungvölker reif zur Erweiterung bzw. zum Umlogieren.

Steuern und Bienen

Gewinne aus der Imkerei zählen steuerlich zu Einnahmen

Die steuerliche Gewinnermittlung erfolgt im Regelfall bis 70 Völker durch Pauschalen, über 70 Völker wird der Gewinn einzelbetrieblich errechnet.

Liegen keine weiteren landwirtschaftlichen Einkünfte vor, beträgt der steuerliche Gewinn aus einer typischen Imkerei. Beispiel:

  • bis 30 Völker - 0€ (pauschal)
  • 31-70 Völker - 1000€ (pauschal)
  • über 70 Völker - Einnahmen der Imkerei abzüglich der Werbekosten.

Diese Grenzen wurden erstmalig festgeschrieben und sind ab 1.1.2016 anzuwenden.

Es bleibt einem Imker weiterhin unbenommen, auch bei einer niedrigeren Völkerzahl, eine Gewinnermittlung als Einnahmeüberschussrechnung zu erstellen.

Weitere Informationen unter: Einkommensteuer

Drohnen schneiden mit System

Wer jetzt die Drohnenrahmen richtig platziert und regelmäßig ausschneidet, kann die Varroamilben um die Hälfte reduzieren

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Durch die wachsende Zahl der schlüpfenden Jungbienen erwacht zunehmend der Bautrieb. Zusätzlich wollen die Bienenvölker mit der Aufzucht der Drohnen beginnen. Deshalb wird ab Mitte April ein Drohnenrahmen gegeben. Dies ist im einfachsten Fall ein leeres Rähmchen, dass am Rand vom Brutnest eingehängt wird. Sobald das Rähmchen ausgebaut und in den Zellen sich Drohnenbrut befindet und verdeckelt ist, wird der Drohnenbau ausgeschnitten. Diese Entnahme der gedeckelten Drohnenbrut bremst die Entwicklung der Varroamilbe bereits früh im Jahr.

Tipps zum Drohnenrahmen

Der Buchtipp: Varroose - erkennen und und erfolgreich bekämpfen

Weitere Tipps und Informationen auf der Seite des Gesundheitswarts

Neue Honigetiketten Verordnungen

Neue Rechtsvorschriften zur Honigetikettierung im DIB Glas und Neutralglas

Bei der Honigetikettierung gibt es neue Rechtsvorschriften. Diese sind gültig für die Vermarktung im DIB Glas, sowie auch im Neutralglas.

Die derzeit im Umlauf vorhandenen Etiketten sind noch gültig. Doch bei Neubestellungen der Etiketten sind folgende Änderungen zu beachten.

 

Zulässige Abweichungen

Beim Befüllen der Honiggläser ist folgendes zu beachten. 

Beim 500g Glas ist eine Abweichung der Füllmenge von 3% erlaubt, also 485g, aber nur, wenn dies durch andere Gläser wieder ausgeglichen wird. Minusabweichung bei max 2% der Gläser. Bei einem 2,5kg Eimer ist eine Abweichung von 1,5% erlaubt.  

Forderung des Gesetzgebers

Die Verkehrsbezeichnung regelt den genauen Schriftlaut am Etikett. Folgende Begriffe sind erlaubt: Blüten- oder Nektarhonig, Honigtauhonig, Tropfhonig, Schleuderhonig, Presshonig oder nur "Honig". Ebenso die Begriffe wie, Wabenhonig oder Scheibenhonig, Honig in Wabenteilen, Wabenstücke im Honig, Gefilterter Honig und Backhonig.

Neu ist, dass ab sofort auch die Bezeichnung: "Ursprungsland Deutschland", angegeben werden muss. Beim Etikett des DIB ist die Bezeichnung "Echter Deutscher Honig" gültig.

Desweiteren können Zusatzangaben gemacht werden nach der Honigverordnung + Lebensmittelbuch wie,

  • Botanische Sorte: z.B. Sonnenblumenhonig
  • Region: z.B.Honig aus der Oberpfalz
  • Qualitätsangabe: feine Auslese, Premium oder Auslese
  • Erntezeitpunkt: Sommertracht / Sommerblüte
  • Mischung botanischer Sorten: Mischung aus Akazien und Lindenhonig
  • Erzeugerhinweis: ...aus eigener Imkerei

Die Qualitätsangabe Premium, Auslese oder feine Auslese ist ebenfalls neu. Allerdings muss hierzu der Honig untersucht werden da er bestimmte HMF-Werte und Invertase-Werte aufführen muss.

Bei Auslese ist der HMF Wert höchstens 15ppm und Invertase bei 60U/kg

Bei Premium oder feine Auslese ist der HMF Wert bei höchstens 10ppm und die Invertase bei mindestens 85 U/kg. 

Neu ist auch beim DIB Etikett, dass die Losnummer mit dem Kennzeichen "L" entfällt. Es gibt ab sofort nur noch eine Kontrollnummer mit einem "QE" Kennzeichen. Voraussetzung dafür ist aber ein taggenaues Mindesthaltbarkeitsdatum in der Form von TTMMJJ.

Die vorgegebene Schriftgröße beim 500g Glas ist 4mm.

Neu ist auch, dass im Feld der Kontrollnummer beim DIB Etikett, der Regionhinweis eingetragen werden kann, sowie auch das Biosiegel Hoheitszeichen "GQ". Auch die Bezeichnung wie Premium oder Auslese darf in dieses Feld.

Neu ist auch, dass die Imker auf Wunsch ( Aufpreis ) einen EAN Code eindrucken können beim DIB Etikett. Dies ist für Imker interessant, die ihre Gläser im Supermarkt zum Verkauf haben.

Mischungen von Honig mit anderen Produkten

Einige Imker bieten Honige mit verschiedenen Gewürzmischungen an. Hier wird es problematisch. Hier schreibt der Gesetzgeber eine "Kennzeichnungsverordnung" vor. Hier wird dann eine Zutatenliste ( in abnehmenden Mengenanteilen ) am Etikett erforderlich. Es dürfen hier nur weniger als 2% vom Endprodukt enthalten sein. Die Angabe Enthält.... ist möglich. Mischungen mit Früchten ist sehr schwierig, da hier das Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten ist. Auch die Bezeichnung am Honigglas ist nicht einfach, denn das Wort "Honig",  muss in den Hintergrund treten.

Sollten Imker dennoch Honige mit Mischungen anbieten, ist aus Sicherheit die zuständige Lebensmittelbehörde zu informieren.

Hinweis auf Mehrwegglas

Neu ist auch auf dem DIB Etikett der Hinweis "Mehrwegglas". Nach der Verpackungsverordnung muss jede Verpackung, die in den Verkehr gebracht wird lizensiert sein ( Duales System ). Es ist kein Aufdruck des grünen Punktes erforderlich. Das ist allerdings für Imker die in Neutralgläser ihren Honig vermarkten ein schwieriger Punkt. Den im Grunde sind diese Gläser auch im Rücklauf. Hier ist zu empfehlen den Hinweis zu geben, "Glas zurück zum Imker".

Ausgenommen sind hier Mehrwegverpackungen, wie das DIB Glas. Diese müssen für eine wiederholte Befüllung geeignet und eindeutig als Mehrwegverpackung gekennzeichnet sein.  Die Rückgabe der Gläser muss regelmäßig angeboten werden. Ein Pfand muss dafür nicht erhoben werden.

Die App für Bienenfreunde

Mit der kostenlosen Bienen-App des BMELV über Bienen informieren

Quelle: BMELV

Bienen brauchen blühende Pflanzen. Der süße Nektar ist ihr Grundnahrungsmittel. Während die Bienen von einer Blüte zur nächsten fliegen, verteilen Sie die Pollen auf den Blüten. Bienen sind für unser Ökosystem unverzichtbar. Das Bundesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEV) setzt sich für die Bienen und ihren Lebensraum ein. Mit der Bienen-App kann nun jeder selbst auf seinem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten Blühpflanzen anpflanzen, die besonders bienenfreundlich sind. Die App verfügt über 100 bienenfreundliche Pflanzen. Die App verfügt außerdem viel Hintergrundwissen über Honigbienen, Wildbienen oder Wespen.

DOWNLOAD

App für iOS im App-Store

App für Android bei GooglePlay

Meldung von Bienenvölker an das Veterinäramt

Imker sind verpflichtet Ihre Bienenvölker zu melden

Bild: BZV Sulzbach-Rosenberg

Nach §1a der Bienenseuchenverordnung, ist jeder verpflichtet der Bienen halten will, spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes anzuzeigen. Die zuständige Behörde erfasst die angezeigten Bienenhaltungen unter Erteilung einer Registriernummer und legt hierüber ein Register an.

Der Verein meldet keine Bienenvölker an das zuständige Veterinäramt.

Für die Sulzbach-Rosenberger Imker ist das Veterinäramt Amberg-Sulzbach zuständig. Eine Mail ist ausreichend. Adresse:  veterinaeramt(at)amberg-sulzbach.de

oder über das Formular Bienenhaltung