Die Bienen bauen Waben, die Gerechten arbeiten an der Kirche

Hl. Augustinus

Ambrosius von Mailand - Schutzpatron der Imker und Bienen -

Ambrosius von Mailand geboren 339 in Trier; gestorben am 04. April 397 in Mailand, wurde als römischer Politiker zum Bischof gewählt. Er ist einer der vier Kirchenlehrer der Westkirche, war der jüngere Bruder der heiligen Marcellina und trägt seit 1298 den Ehrentitel Kirchenvater.

Das Bistum Mailand war, wie die übrige damalige Kirche, tief zerstritten zwischen Trinitariern und Arianern. Als 374 eine Bischofswahl anstand, ging der allseits beliebte und geachtete Präfekt persönlich in die Basilika, wo die Wahl stattfinden sollte, um in dieser Krisensituation einen wahrscheinlichen Aufruhr zu verhindern. Seine Ansprache wurde der Überlieferung nach durch den Zwischenruf eines Kindes "Amprosius episcopus"! ( Ambrosius soll Bischof werden ) unterbrochen, woraufhin er einstimmig zum Bischof gewählt wurde.

Ambrosius wirkte in dieser Lage als geeigneter Kandidat, weil er den Trinitariern als ihr Sympathisant bekannt war, aber auch den Arianern wegen seiner theologischen Neutralität als Politiker akzeptabel erschien. er selbst stimmte jedoch energisch gegen seine Wahl, da er sich in keiner Weise auf ein solches Amt vorbereitet sah: Er war als Katechumene noch in der Vorbereitung auf die Taufe. Erst auf kaiserliche Intervention hin gab Ambrosius nach. Innerhalb einer Woche empfing er die Sakramente der Taufe und der Ordination zum Diakon und zum Priester, so dass seiner Bischofsweihe nichts mehr im Weg stand.

Ambrosius ist der Schutzpatron der Städte Mailand und Bologna. Krämer, Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker haben ihn als Schutzheiligen, und er ist der Schutzpatron der Bienen, der Haustiere und des Lernens.

In der Kunst sind seine Attribute Bienenkorb, Buch und Geißel.

Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 7. Dezember.

Der heilige Ambrosius ist Schutzpatron der Imker. Ambrosius gilt als Seelentröster und hilft, in der Not die richtigen Worte zu finden. Eine Legende um den Mailänder Bischof liefert einen anschaulichen Beweis dafür, welche Bedeutung Bienen und Honig für das christliche Mittelalter hatten: Als der spätere Kirchenmann noch ein Kind war, soll sich ein Bienenschwarm auf seinem gesicht niedergelassen haben. Die Bienen seien gar in den Mund des Kindes gekrochen und hätten es mit Honig genährt. All dies wurde als ein Zeichen Gottes und ein Hinweis auf die große Zukunft des Kindes gedeutet. Aufgrund dieser Geschichte wird Ambrosius auf gemälden meist mit einem Bienen als Attribut abgebildet. Bienen werden wegen ihres seit jeher wertvollen Honigs und wegen des Wachses, dem über Jahrhunderte einzigen Material für die Kerzenherstellung, im Gesang der Exsultet geehrt und gelten als Symbol des Fleißes.

Die Biene wird auch als Gleichnis für Christus angesehen: auf der einen Seite Milde und Erbarmen, auf der anderen Seite strenges Richten durch Christus, den Weltenrichter.

Mit einem Infostand am Pfarrfest

Zwei Tage lang mit wertvollen Informationen am Pfarrfest von St. Michael

Bild. BZV Sulzbach-Rosenberg

Der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg war mit einem Informationsstand am Pfarrfest von St. Michael. Es wurden nicht nur Honige und Honignaturprodukte vorgestellt, sondern auch die neue Honigbroschüre.

Imkern nach Bioland Richtlinien

Aus Verantwortung für Gottes Schöpfung - Frater Andreas Schmidt der Imker aus Leidenschaft

Frater Andreas Schmidt am Bienenstand in der Klosterimkerei Plankstetten.

Ora et labora et lege - bete, arbeite und lese - nach diesem Grundsatz leben und arbeiten die Brüder in der Benediktinerabtei Kloster Plankstetten.

Frater Andreas Schmidt gab in seinem Vortrag im Rahmen der Austellung "Mönche Bienen Bücher" in der Provinzialbibliothek Amberg Einblicke zum Thema - Benediktinisches Wirtschaften und Imkern heute. 

Seit 1902 gibt es die Klosterimkerei Plankstetten die jetzt Frater Andreas Schmidt nach den Bioland Richtlinien pflegt. 15 Bienenvölker sind es derzeit, die in einem historischen Bienenhaus leben. Jedes Bienenvolk, so Frater Schmidt hat einen Namen eines Heiligen. So kann es leicht sein, dass ein Bienenvolk mit dem er nicht so zufrieden ist, auch mal kurzfristig den Namen des Heiligen gewechselt wird.

Die Vermarktung des Honigs der 15 Bienenvölker so Frater Schmidt erfolgt im eigenen Hofladen des Benediktinerkloster Plankstetten. Doch könnten es auch 50 Bienenvölker sein, so groß sei die Nachfrage nach dem köstlichen Klosterhonig. Aufgrund der zahlreichen Aufgaben im Kloster sei leider nicht die Zeit um mehrere Völker zu betreuen. Imkern nach Biorichtlinien ist eine große Herausforderung für die Klosterimkerei, so wird gefordert das die Beuten aus Holz, Stroh oder Lehm sind. Den Bienenvölker ist während der Saison die Möglichkeit zu geben, auf Naturwaben zu brüten. Ebenso ist ein eigener Wachskreislauf unbedingt einzuhalten.

Frater Andreas Schmidt appellierte auch, die Bienen so wenig wie möglich zu stören und sie nach den benediktinischen Grundsätzen leben zu lassen. Da kann es auch sein, dass der eine oder andere Bienenschwarm in der klostereigenen Streuobstwiese sich wieder finden lässt. 

 

Papst Franziskus

Die Schöpfung und Umwelt bewahren

Franziskus betet zu den Vögeln. Darstellung einer Legende aus den Fioretti von Giotto di Bondone. Um 1295

Seinen Papstnamen habe er sich mit Blick auf den heiligen Franz von Assisi und dessen eintreten für die Armen, für den Frieden und für die Umwelt ausgewählt, berichtete der Papst. Beim Konklave hab er neben dem früheren Erzbischof  von Sao Paulo, Claudio Hummes, gesessen. Als die Wahl schließlich auf ihn gefallen sei, habe Hummes ihn umarmt und ihm gesagt:"Vergiss nicht die Armen". Und da setzte sich dieses Wort fest: die Armen. Sofort habe der Papst in Bezug auf die Armen von Franz von Assisi gedacht. Franziskus sei auch ein Mann des Friedens, der Mann der die Schöpfung liebt und bewahrt. 

Zahlreich sind die Erzählungen wie der heilige Franziskus Tiere rettet. So heißt es in einer Schrift, für Bienen sorgte er, damit sie nicht  im Winter starben: "Was soll ich von den anderen Geschöpfen sagen? Ließ er doch den Bienen im Winter Honig oder besten Wein hinstellen, damit sie nicht vor Kälte und Frost zugrunde gingen. Ihre emsige Arbeit und ihren vorzüglichen Instinkt pries er zur Ehre des Herrn so hoch, dass er oft einen ganzen Tag auf ihr und der anderen Geschöpfe Lob verwandte". (Thomas von Celano, Erste Vita 80, Zweite Vita 165)  

"Land von Milch und Honig"

Forscher vor der Ausgrabungsstätte mit den Tonröhrenbeuten.
Deckel der Tonröhre und Flugloch der Bienen.

55 Mal erscheint der Begriff Honig in der Bibel, davon sechsehnmal in der Verbindung "Land von Milch und Honig"

Doch einige Historiker glaubten bisher, dass das hebräische Wort für Honig nur den süßen Saft von Feigen und Datteln meint. Für Bienenhonig gibt es nur zwei explizite Bibelbelege. Archäologische Nachweise für Imkerei in biblischen Zeiten standen bisher aus.

Nun haben Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem in den Ruinen der antiken Stadt Tel Rehov eine große gewerbliche Imkerei aus dem 9. Jahrhundert vor Christus ausgegraben.

Die Archäologen fanden Reste von etwa hundert Bienenstöcken aus Tonröhren. Sie waren bisher nur aus ägyptischen Wandzeichnungen bekannt und werden bis heute in Ländern mit trockenen Klima gebraucht. 

Eine reiche Honigernte war in der Antike Ausdruck eines blühenden Landes und so auch in der Bibel die Umschreibung des Gelobten Landes für die Nachkommen Abrahams.

 It is the Land of Honey

Nach bisherigen Erkenntnissen brannte die Stadt und Imkerei nieder. Bei diesem Feuer stürzten die Lehmmauern ein und begruben die im Hof stehenden Bienenstöcke. Durch die Hitzeentwicklung wurden Teile der Bienenstöcke aus Lehm gebrannt. Die in den unteren Reihen positionierten Bienenstöcke waren dabei am besten erhalten. Im inneren zweier Bienenstöcke konnten Reste von Bienen, Brut und Waben nachgewiesen werden. Die Reste der Bienenkörper konnten der Rasse Anatolischen Biene Apis Mellifera anatolica nachgewiesen werden.  

Papst Urban VIII.

Papst Urban VIII.

Urban VIII. geboren am 5 April 1568 als Maffeo Barberini in Florenz; gestorben am 29. Juli 1644, war von 1623 bis 1644 Papst der katholischen Kirche.

Urban VIII. verwandte große Summen für bauliche Maßnahmen in Rom, wovon heute noch die allgegenwärtigen Bienen seines Wappens zeugen, die Arbeit, Sparsamkeit und Süße symbolisieren. Am 18. November 1626 weihte er nach 120 Jahren Bauzeit den Petersdom ein. Dass erfür Berninis Altarbaldachin über dem Grab des Petrus vom Pantheon die noch vorhandene Bronzeverkleidung entfernen und einschmelzen ließ, ist eine von ihm selbst lancierte Legende, um aufkommende Kritik abzufangen; vielmehr wurde die Bronze für Kanonen verwendet. Auch viele andere antike Baudenkmäler litten unter seinen Baumaßnahmen, so gab er das Kolosseum in Rom als Steinbruch frei, so dass noch heute in Rom das Sprichwort umgeht:" Was die Barbaren nicht schafften, schafften die Barberini". Er ließ die Engelsburg verstärken und mit modernen Kanonen ausrüsten. Er bestimmte das südöstlich von Rom gelegene Castel Gandolfo zu seiner Sommerresidenz.

Im Jahr 1625 schuf Urban VIII. eine erste kirchenrechtliche Regelung, die Bestimmungen zum Verfahren der Selig- und Heiligsprechungsprozesse enthielt. Er gründete 1627 das Collegium Urbanum und richtete die päpstliche Druckerei ein.

Das römische Volk, das unter den schwelgerischen Extravaganzen Urbans VIII. zu leiden hatte, soll bei der Nachricht von seinem Tod am 29. Juli 1644 in stürmischen Jubel ausgebrochen sein. Beigesetzt wurde er in einem prachtvollen Grabmal in St. Peter, das zu den Meisterwerken Berninis zählt.

Konrad von Megenberg - Domherr zu Regensburg

Konrad von Megenberg wurde 1309 in Mäbenberg ( Georgensgmünd ) bei Nürnberg geboren, gestorben am 14. April 1374 in Regensburg. Er war Autor von 22 lateinischen Schriften, die hagiographische, theologische, moralphilosophische und naturwissenschaftliche.

Er wurde als Sohn eines Ministerialen geboren und kam im Alter von sieben Jahren als Schüler nach Erfurt. Später gab er dort Nachhilfestunden und verdiente soch so seinen Lebensunterhalt. Er erhielt eine Stelle als Lektor, die es ihm ermöglichte ein Studium der "Artes liberales" an der Sorbonne von Paris zu absolvieren und einen Magistergrad zu erwerben. An der Universität von Paris lehrte er in den Jahren 1334 bis 1342. In dieser Zeit wurde er auch zweimal zu Verhandlungen mit Papst Benedikt XII. nach Avignon geschickt.

Aufgrund eines akademischen Streits verließ er Paris und übernahm das Amt eines Rektors an der Stephansschule in Wien. Dabei stellte ihm die anglikanische Nation, der er in der Sorbonne angehört hatte, ein Empfehlungsschreiben für den Herzog von Österreich und den Rat der Stadt Wien aus. Seine deutschen Werke hat er möglicherweise für die Stephansschule verfasst oder für die Mitglieder des Wiener Hofs.

Konrad von Megenberg zog im Jahr 1348 nach Regensburg. Es war ihm schon 1341 im Zuge einer Reise nach Avignon ein Kanoikat in Regensburg angeboten worden, das er nun annahm. Er war zunächst an der Domschule als Lehrer tätig. Schon 1349 reiste er erneut nach Avignon und versuchte wohl, in die Dienste Kaiser Karl IV., Herzog Rudlofs IV. von Österreich oder des Kardinals von späteren Papstes Pierre Roger de Beaufort treten zu können, was ihm allerdings nicht gelang. Im Jahr 1359 wurde er durch Vermittlung des Domdechants Konrad VI. von Haimburg ( späterer Bischof von Regensburg ) Dompfarrer von St. Ulrich, gab dieses Amt allerdings vier Jahre später wieder auf und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1374 als Domherr weiter in Regensburg. Begraben wurde er in der dortigen Dompfarrkirche Niedermünster.

Die Zeit zwischen 1348 und 1354 war wohl die produktivste von Konrads Leben. Während er an der Domschule unterrichtete, vollendete er Werke, die er in Wien begonnen hatte und verfasste weitere. Seine deutschen Werke widmen sich naturwissenschaftliche Themen und sind von ihm ausdrücklich für Laien geschrieben worden. Dazu gehört das "Buch der Natur". in den Jahren 1348 bis 1350 verfasse er dieses Werk, genannt auch "Buch von den natürlichen Dingen". Es wird allgemein als das "erste systematisierte deutschsprachige Kompendium des Wissens über die geschaffene Natur" angesehen. Es erlangte große Bedeutung und Verbreitung und wurde noch in den Jahren 1536 und 1540 in Frankfurt als Naturbuch nachgedruckt.

Das Buch ist das älteste deutsche Naturgeschichtsbuch über Bienen.

Sie können das "Buch der Natur" online besichten in der Bayerischen Staatsbibliothek

zum Buch der Natur:

Das Buch der Natur - von den pinen -

Das Buch der Natur, auch Buch von den natürlichen Dingen, ist eine Enzyklopädie von Konrad von Megenberg ( erste Hälfte des 14. Jahrhunderts). Es gilt als die erste bedeutende in deutscher Sprache erschienene wissenschaftliche Abhandlung.

Das Buch der Natur ( entstanden ca. 1349-1350 ) ist eine allgmeine, schon ziemlich systematische Naturgeschichte, die als Beleg der Kenntnisse der damaligen Zeit interessant und durch Anführung von vielerlei Sagen und dergleichen kulturgeschichtlich wichtig ist. Es ist weitgehend eine Übersetzung Thomas von Cantimpres Liber de natura rerum, enthält aber auch neues Material etwa zu einigen Tier- und Pflanzenarten oder auch Beobachtungen zu Regenbögen. Das Buch der Natur fand rasch sehr weite Verbreitung ( über 100 Handschriften ). Das Werk erschien im Druck zuerst ohne Ort und Jahr in Quart, dann Augsburg 1475 und danach öfter.

Konrad Hubmann von Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg hat ab Seite 113  aus dem Buch der Natur den Absatz "von den pinen" versucht, in ein verständliches Deutsch zu übersetzen, um zu zeigen wie zu der damaligen Zeit die Bienen erklärt und beobachtet wurden. Es ist interessant was damals an Aberglauben und Unwissenheit verbreitet wurde.

Lesen Sie die Übersetzung: von den pinen 

Der Lorscher Bienensegen

Der Lorscher Bienensegen gehört zu den ältesten gereimten Dichtungen in deutscher Sprache. Der Spruch wurde im 10. Jahrhundert, in althochdeutscher Sprache kopfüber an den Rand einer Seite der apokryphen Visio St. Pauli aus dem frühen 9. Jahrhundert geschrieben. Das Manuskript stammte ursprünglich aus dem Kloster Lorsch.

Die Übertragung des Lorscher Bienensegen: 

Christus, der Bienenschwarm ist heraußen!

Jetzt flieg, du mein Vieh, herbei.

Im Frieden des Herrn, im Schutz Gottes,

gesund heim zu kommen. 

Sitze, sitze, Biene.

Das gebot dir die heilige Maria.

Urlaub habe du nicht;

Zum Holze flieg du nicht; 

Weder sollst du mir entrinnen.

Noch mir entkommen.

Still ganz still,

Bewirke Gottes Willen.  

 

Das Kloster Lorsch war eine Benediktinerabtei in Lorsch in Deutschland. Es wurde im Jahre 764 gegründet und war bis zum hohen Mittelalter ein Macht-, und Geistes- und Kulturzentrum. 1232 kam das Kloster zum Erzstift Mainz. 1461 wurde es an die Kurpfalz verpfändet, die das Kloster 1564 aufhob.

Wichtige überlieferte Zeugnisse sind der Lorscher Codex ( Codex Laureshamensis ), ein umfassendes Güterverzeichnis, das Lorscher Evangeliar ( Codex Aureus Laureshamensis ), der Lorscher Bienensegen, die ehemalige Bibliothek und die Torhalle des Klosters, auch Königshalle genannt, eines der wenigen vollständig erhaltenen Baudenkmale aus der Zeit der Karolinger. 

Es ist nicht der einzige mittelalterliche Bienensegen. Es gibt auch einen aus dem bayerischen Chorherrenstift Dietramszell aus dem 15. Jahrhundert: "Ich peswer euch pey dem allmachtigen got, das ir in chainen wald noch in chain veld nicht kompt und chain flucht von hin habt noch tut..." Das ist auch heutigen Imkern noch aus der Seele gesprochen.

Bienen und die Osternacht

Im vierten Jahrhundert begann die Kirche , brennende Gottesdienstkerzen als Brandopfer zu deuten und mit Lobgesängen zu begleiten. So heißt es im Exsultet:

 "In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe.!

Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird Sie Dir dargebracht von Deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener."  

Das Lob auf das köstliche Bienenwachs gewinnt christliche Bedeutung  durch den Bezug zur Geburt Christi aus der Jungfrau Maria.

Die jungfräulichen Bienen erzeugen das Wachs als reine Opfermaterie für die darzubringende Osterkerze.

Weiter heißt es in der Osternacht-Lichtfeier:" Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt, so verliert es doch nichts von der Kraft seines Glanzes. Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, dass der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat."

Das Exsultet der Osternacht

 

Die Biene ist das einzige Tier, dass in den Gebetsschatz der Kirche aufgenommen wurde. Schon bei den Kirchenvätern wird sie vielfach gelobt.

Die Biene wird für den Fleiß und ihre Kunstfertigkeit gerühmt, für ihren Sinn für Gemeinschaft, für ihre Selbstlosigkeit, für ihre Klugheit und Tüchtigkeit, für ihre Liebe zur Jungfräulichkeit, für ihre Reinheit und Güte.

Schließlich wird die Biene zum Vorbild der Apostel und Schriftkundigen sowie der Weisheit schlechthin.

Beim Heiligen Athanasius werden die Bischöfe mit den Bienen verglichen.

Wie die Wächterbiene Feinde vom Bienenstock abwehren, so haben die Bischöfe das Kirchenvolk von eindringenden Häresien zu bewahren.

 

... wußten sie, dass Kirchenkerzen einen Anteil von mind. 10% Bienenwachs haben müssen.

Joseph Meglingers "Cistercienser Jahr"

Ein besonders eindringliches Beispiel zisterzienscher Bienen-Ikonologie ist das Frontispiz zu Joseph Meglingers (1634-95) Betrachtungsbuch "Cistercienser Jahr", das der Wettinger Mönch 1700 in den Druck gab. Die Graphik des Schaffhausener Stechers Johann Georg Seiller zeigt Bernhard von Clairvaux vor einem im Freien stehenden Altar mit einem Kruzifix. erkennbar ist der Zisterzienserheilige durch die typischen Attribute, nämlich den Ordenshabit, die gebündelten Leidenswerkzeuge Jesu und den Bienenkorb. Zwischen die Leidenswerkzeuge sind auch Blumen mit religiöser Symbolik eingebunden: Lilien (Symbol der Unschuld), Rosen (Zeichen der Liebe) und eine Sonnenblume, die ihre Blüte ja immer der Sonne zuwendet und sich so als Allegrie rechter Religiosität anbot. Verblüffend ist ein besonderer Einfall des Bilderfinders: Bernhard hält den (etwas klein geratenen) Bienenkorb in seiner rechten Hand. Aus dem Flugloch kommen die Arbeiterinnen hervor. Die Bildunterschrift aus Ri 14,8 stellt einen sehr willkürlichen biblischen Bezug her: "Ecce examen Apum - ac favus mellis." ("Siehe, ein Bienenschwarm und eine Honigwabe").  Das Zitat stammt aus der Geschichte von Simson und dem Löwen und hat sonst keinen Einfluss auf die Bildgestaltung. Die Immen umkreisen die Blumen, viele aber fliegen auch geradewegs zwischen Bernhards Korb und der Seitenwunde Jesu hin und her. Sie scheinen dort, wo nach Joh 19,34 Blut und Wasser hervorflossen, Nektar zu sammeln, denn der beigegebene Titulus enthält den Text: "Nil cogitatur dulcius quam JESUS Dei Filius" ("Es lässt sich nichts Süßeres denken als Jesus, der Sohn Gottes").

Nicht eucharistischer Wein ist es, den Christus auf diesem Bild den Menschen überlässt, sondern Honig, der so zum spirituellen Nahrungsmittel mit geradezu sakramentalem Charakter wird. Der "honigfließende Lehrer" Bernhard betätigt sich als "Heils-Imker": Er nimmt das Heil von Christus entgegen, um es an die Menschen weiterzugeben.

Der Heilige Bernhard von Clairvaux

Der honigfließende Lehrer

Der bekannteste Heilige im Symbolkontext von Bienen und Honig ist der Heilige Bernhard von Clairvaux.

Er wird sogar "Doctor mellifluus" - honigfließender Lehrer - genannt und gelegentlich mit einem Bienenkorb dargestellt. 

Der Bienenkorb ist zunächst ein Symbol für das Alte Testament, dass den Honig des Logos birgt, der von den Propheten gesammelten wurde - so Origines.

In den Waben des Alten Testaments ist nach Bernhard von Clairvaux die honigfließende Fülle des Gottessohnes verborgen angelegt. In seinen berühmten Weihnachtspredigten betrachtet Bernhard das Geheimnis, dass das ewige Wort, das nach Jeremia "Himmel und Erde erfüllt", zu einem "verbum infas" wird und sich zu einem hilflosen Kind in der engen Krippe kleinmacht.

Durch die vielen Worte der Heiligen Schrift sagt Gott nur ein Wort aus - sein eingeborenes Wort.

Nach Bernhard sind die "vielen Worte" des Alten Testaments auf das neue "abgekürzte Wort", den einen Satz - Jesus Christus - hin auszulegen:

"Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Bethlehem in Juda geboren! O kurzes Wort über das abgekürzte Wort - de verbo abbreviato -, doch ein Wort voll himmlischer Süße! Mein Herz ist bedrückt, denn es verlangt, die Fülle der honigfließenden Süße - mellifluae dulcedinis - nach allen Seiten ausfließen zu lassen, findet aber keine Worte."

Von den Bernhard-Darstellungen mit Bienenkorb ist der honigschleckende Putto mit einem Bienenkorb am Bernhard-Altar der Zisterzienser-Propstei Birnau bei Überlingen am Bodensee vielleicht der bekannteste.

Heiliger Franz von Sales

Franz von Sales geb. am 21. August 1567 auf Schloss Sales bei Annecy, gestorben am 28. Dezemberg 1622 in Lyon war Fürstbischof von Genf mit Sitz in Annecy, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer. Er ist der Patron der Schriftsteller, Journalisten, der Gehörlosen und der Städte Genf, Annecy und Chambery.

Der heilige Franz von Sales hat in seinen Predigten und Schriften des öfteren die Bienen als Bild verwendet, um den Glauben darzustellen. Er selbst hatte mit den Bienen eine nicht ungefährliche Erfahrung gemacht, wie er in einer Predigt erzählte.

Bei einer Rast auf einer Bergwanderung lies sich plötzlich ein Schwarm von Bienen auf seiner Schulter nieder. Sein Begleiter, ein Bauer, riet ihm, er müsse ganz ruhig bleiben und den Bienen gut zureden, dann werden sie bald wieder weg sein. Und so geschah es auch. Daran knüpft er die Belehrung. So müssen wir in allen Versuchungen ruhig bleiben und beten, dann werden sie bald wieder verschwinden.

In einem anderen Vergleich sagt er:" Die Bienenkönigin fliegt nicht aus, ohne von ihrem kleinen Volk umgeben zu sein; so zieht die Liebe nicht in ein Herz ein, ohne in ihrem Gefolge die andren Tugenden zu haben, denen sie Befehle erteilt." Die Liebe ist also die Königin aller Tugenden.

Oder: Wie die Bienen aus den verschiedensten Blüten nur den süßen Nektar herausholen und daraus Honig machen, so sollen auch wir an unseren Mitmenschen nur das Beste sehen und für uns daraus etwas lernen.

Heiliger Valentin von Terni

Der Heilige Valentin von Terni ist im 3.Jahrhundert geboren, er soll am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet worden sein. Er soll trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. getraut haben. Zudem hat dieser Valentin der Sage nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden.

Weitere Legenden erzählen, dass er als Bischof immer wieder hinaus auf die Straßen ging, um das Evangelium zu verkünden und die Menschen in ihrem Glauben zu unterstützen. Es heißt, er habe den Menschen, die vorbeikamen, bunte Blumensträuße aus seinem Klostergarten geschenkt hat. Den Männern der Stadt soll er befohlen haben, doch lieber bei ihren Frauen und Kindern zu bleiben statt in den Krieg zu ziehen. Darüber sei der Kaiser so verägert gewesen, dass er Valentin töten ließ.

Die Gebeine des Heiligen Valentin

Valentin von Terni wurde schon früh verehrt, und es ist davon auszugehen, dass sein Kult bereits im 4. Jahrhundert Rom erreichte. Der Heilige ist im Laufe der Geschichte immer wieder mit anderen Trägern seines Namens verwechselt worden. An der Via Flamina in Rom gab es zwei Grabstätten, die je einem heiligen Valentin zugeordnet werden. Über einer dieser Grabstätten in der Nähe von Terni gab es im 8. Jahrhundert eine Valentinsbasilika, die vermutlich zu Ehren des heiligen Valentin von Terni gebaut wurde. Reliquien des Heiligen werden in Worms und in Kiedrich im Rheingau verehrt.

Brauchtum

Weit verbreitet ist der Brauch, sich zum Valentinstag Blumen zu schenken, um sich die gegenseitige Liebe auszudrücken. Die Tradition des Valentinstag gehen auf verschiedene heidnische Bräuche zurück. So wurde im alten Rom am 14. Februar der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, gedacht. Anlässlich dieses Tages wurden den Frauen in den Familien Blumen geschenkt.

Schutzpatron

Der Heilige ist Schutzpatron der Jugendlichen, Reisenden und Imker. Er wird bei Wahnsinn, Epilepsie und Pest angerufen. Zudem soll er zur Bewahrung der jungfräulichen Unschuld und zu einer guten Verlobung und Heirat verhelfen.

Valentin von Terni wird als Bischof dargestellt,, manchmal trägt er ein Schwert. Oft finden sich auf den Abbildungen ein Hahn oder ein verkrüppeltes Kind zu seinen Füßen, was aber wahrscheinlich auf Verwechslungen mit Valentin von Räten zurückzuführen ist.

Von Valentin lassen sich folgende Namen ableiten: Valentius, Valentian, Valtin, Veltin, Vältin Valten Velten, Valentine, Valentino, Valente, Felte, Feltes, Welty.

Bauernregel

Die dem Namenstag entsprechende Bauernregel lautet:

  • Ist`s am Valentin noch weiß, blüht zu Ostern schon der Reis.
  • Am Tag von Sankt Valentin, gehen Eis und Schnee dahin.

Bruder Adam - Der Buckfastzüchter - Ein Leben eine Biene

Bruder Adam ist am 03. August 1898 geboren und verstarb am 01. September 1996.

Als junger Mann tritt der gebürtige Oberschwabe Karl Kehrle in das englische Benediktiner-Konvent von Buckfast Abbey und übernimmt 1919 die Leitung der Klosterimkerei.  Als Mönch wählt er den Namen Bruder Adam.

Obwohl oft geschmäht, finden sich "seine" Buckfastbienen auf allen Kontinenten.

Mehr Informationen unter unserer Rubrik: Buckfast-Bienen

7. September 1996: Eine übervolle, klösterliche Kirche erwies Bruder Adam die letzte Huldigung. Alle diejenigen, die der Beerdigungsfeierlichkeit beiwohnten, bezeugten ihre Achtung vor einer der größten Persönlichkeiten der imkerlichen Geschichte.

Eine Seite in der Geschichte der Imkerei wurde umgewendet. 

Ein Leben - Eine Biene

Die Biene in der Kirche

Schon die Menschen der Antike schreiben den Bienen Vernunft und Weisheit zu, weil sie planvoll ihre Waben bauen. Die Bienenvölker wurden als Sinnbild für Geselligkeit, Einigkeit und Ordnung angesehen. Die Philosophen erkannten darin ein Vorbild für den idealen Staat. Schon früh gewann die Biene als staatenbildendes Insekt daher große Bedeutung in der Symbolik. Sie wurde zum hieroglyphischen Zeichen für das unterägyptische Königtum, die französische "Königslilie" ist ursprünglich wohl eine stilisierte Bienen gewesen und auch das Wappen der kirchhistorisch bedeutsamen Familie Barberini zeigt Bienen, weshalb sie sich auch am zentralen Bronzealtar Berninis im Petersdom finden, denn der damalige Papst Urban VIII. gehörte dieser Familie an.

 

"Unansehnlich unter den geflügelten Tieren ist die Biene, und doch bringt sie den besten Ertrag ein." Dieser schon im Alten Testament erwähnte Fleiß der Bienen ist bis heute sprichwörtlich geblieben. So heißt es in einem jahrhundertalten Sinnspruch: "Die Bienen emsig sind der Blumen Saft zu finden, daher voll Honig wird ihr wächsern Königreich. Also wo einigkeit die Herzen kann verbinden, da blühet süße Frucht und Nutzbarkeit zugleich."

 

Im Neuen Testament werden Bienen nicht erwähnt, während im Alten Testament mehrfach die Gegner Israels mit einem angreifenden Bienenvolk verglichen werden: "Sie umschwirren mich wie Bienen" (Ps 118,12), oder: " Sie verfolgten euch wie ein Bienenschwarm" (Dtn 1,44). Die Frauennamen Debora ( hebräisch ) und Melitta ( grieschisch) bedeuten übersetzt "Biene".

So wie die Bienen durch ihren Fleiß und ihren Zusammenhalt das Wachs hervorgebracht haben und damit das Licht der Osterkerze nähren, so sollen auch die Christinnen und Christen durch ihr Engagement in der Kirche dazu beitragen, dass das Licht Christi in unserer Zeit immer heller leuchtet und nicht erlischt.

Lalibelas Felsenkirchen

Eines der ersten christlichen Königreiche der Welt bestand in Äthiopien.

Als der Thronfolger auf die Welt kam, umschwärmten ihn Bienen. Da ahnten die Eltern, dass der Allmächtige Großes mit ihm vorhatte. Sie gaben dem künftigen Oberhaupt der nordäthiopischen Zagwe-Dynastie den Namen Lalibela, zu Deutsch etwa: "Der von den Bienen Erkorene."

Der Legende nach erschien Lalibela, der von 1181 bis 1221 lebte, in einem Jugendtraum Gott und forderte ihn auf, in seinem Geburtsort das Abbild des himmlichen Jerusalem "aus einem einzigen Stein" zu schaffen. Das echte Jerusalem hatten die Araber unter Saladin 1187 erobert - und gewiss war diese schlechte Nachricht für die Christenheit schließlich auch in das ferne Äthiopien gedrungen. 

Nach nur 23 Jahren, so wird überliefert, waren elf der insgesamt zwei Dutzend Gotteshäuser fertig gestellt. Die schönsten und größten Kirchen des später nach dem König benannten Ortes hatte man direkt aus dem weichen Tuffstein des Hochlandes herausmodelliert, während die übrigen in Höhlen rund um den Ort entstanden.

Diese märchenhaft kurze Bauzeit, die Archäologen freilich auf mindestens 120 Jahre veranschlagen, ist der Überlieferung nach Heerscharen von Engeln zu verdanken, die mit den Hämmern und Meißeln der erschöpften Handwerker nachts weitergearbeitet haben.

In einer Höhe von durschnittlich 2.600 Metern gelegen, wirkt der annähernd 20.000 Einwohner zählende Ort Lalibela auf den ersten Blick als ein unscheinbares Dorf mit traditionellen, strohgedeckten Tukul-Rundhäuser, zwischen denen sich einige neuere Betongebäude erheben.

Um Besucher, deren Zahl an manchen Tagen bis zu 1.000 betragen kann, kümmert man sich nicht. Der Kampf um das tägliche Überleben nimmt die Einheimischen völlig in Beschlag. Lalibelas Schätze liegen am Rande einer Schlucht. Dort stößt man auf die erste Gruppe gut versteckter Felsenkirchen. Sie entstanden zu einem Zeitpunkt, als in Europa romanische und gotische Kirchen gebaut wurden. Danals schlugen die Handwerker in Lalibela ihre Gotteshäuser von oben nach unten in das rostrote Tuffgestein der wilden und schwer zugänglichen Berglandschaft. Vor Beginn der Arbeiten musste jeder Schritt minutiös vorausgeplant werden, da Korrekturen später nicht mehr möglich waren.

Die Legende von König Lalibela

Die Legende sagt, dass dort vor achthundert Jahren ein Prinz aus dem Königsgeschlecht der Zagwe geboren wurde. Seine Mutter sah nach der Geburt einen Schwarm Bienen über seiner Krippe kreisen und rief aus: "Lalibela!" Gemäß einem alten Glauben, nach dem die Tierwelt die Zukunft wichtiger Persönlichkeiten voraussagt, bedeutet dies: " Die Bienen erkennen seine Macht." Lalibela, der später aus Eifersucht vergiftet wurde, überlebte mit Gottes Hilfe und wurde König.

Als Dank dafür sollte er an diesem Ort eine heilige Stadt nach dem Plan des Allmächtigen errichten und elf Kirchen bauen.